Friedman Brown Eye BE-100

(7)
Preis

3.999,00 €

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Artikel-Nr.
10062753
Hersteller
Friedman
Bauart
Röhre
Leistungsbereich
51 - 100 W
Kanäle
2
Endstufenröhren
4x EL 34
Einschleifweg
seriell
Produktionsland
Handwired in USA
Gehäuseformat
Fullsize
anonym


anonym


Dr. Kess

Der Ton macht die Musik !

Zum Preis: Man denkt zunächst: Man – der Amp ist aber nicht preiswert. Doch. Ist er! Er ist seinen Preis wert. Öffnet man den Amp und sieht sich die Verarbeitung an stellt man fest, dass alle Lötstellen in Handarbeit ausgeführt sind. Man sieht weit und breit nur beste Bauteile. Alle Kabelverbindungen sind sauberst ausgeführt. Das hat für mich schon fast etwas mit „Kunst“ zu tun. „Preiswert“ hat auch etwas mit Werterhaltung zu tun. Einen BE 100 habe ich noch nie gebraucht angeboten gesehen. Will ihn überhaupt jemand verkaufen, geht er in der Regel unter der Hand weg. Den Kaufpreis werdet ihr wahrscheinlich annähernd wieder erzielen können, solltet ihr den Amp einmal verkaufen wollen. Friedman gewährt dem Käufer übrigens eine lebenslange Garantie. Was mit nicht gefällt: Zu einem Amp in dieser Preisklasse gehört eine Abdeckung, die den Tolex und das Chassis vor Transportschäden schützt. Meine Erfahrung zeigt, dass auch bei äußerster Sorgfalt Schäden im Laufe der Zeit nicht ausbleiben. Bei einem Amp für 4.000 Euro möchte ich aber Transportschäden vermeiden. Jetzt muss ich mich um eine Schutzhülle von einem anderen Anbieter kümmern. Zu einem Amp in dieser Preisklasse gehört, dass ein Verbindungskabel zum Lautsprecher beigefügt ist. Auch das ist hier nicht der Fall. Das Stereokabel, das den Fußschalter mit dem Amp verbindet, ist billigst ausgeführt. Es ist superdünn und die Stecker sind sehr einfach. Natürlich handelt es sich nur um ein Steuerkabel, das auf den Klang keine Auswirkung hat, aber trotzdem! Bei 4.000 € spart man nicht bei den Dingen, die der Käufer direkt bei jedem Aufbau in die Hand nimmt. Ich nutze den Einschleifweg für Delay und Equalizer, um für das Gitarrensolo im Stück den Sound boosten zu können. Dann wandert aber der Lautstärkeregler auf die Rückseite des Amps. Nicht schlimm? Doch! Steht der Amp vor einer Wand, muss man über den Amp greifen und sieht nicht, welches der richtige Regler ist, um die Laustärke anzupassen. Hat man eine Gitarre umhängen, muss man aufpassen, dass die nicht gegen den Amp schlägt, wenn man sich über ihn beugt, um den Regler für das Mastervolume zu verstellen. Eine optische Kontrolle (wie weit habe ich aufgedreht?) findet dann gar nicht mehr statt. Was mir gefällt: Der Sound ! ! Der Sound ! ! Der Sound ! ! Hatte ich es schon gesagt ? Ja, ja, ja: Der Sound ! ! Ich hatte in der Vergangenheit einiges versucht, um einen Amp mit einem druckvollen, den Ton tragenden, aber doch dynamisch reagierenden Sound zu finden. Der JCM 800 Reissue, den ich auch habe, klingt dünn und „kratzig“ im Vergleich zum BE 100. Ohne Overdrive geht da nichts (bei mir übrigens ein Archer von Rocket). Der Ton bleibt aber beim Marshall irgendwie dünn. Der Bogner Goldfinger 90, den ich früher einmal hatte, konnte mich auch nicht überzeugen. Er setzt sich im Bandgefüge nicht so durch, wie etwa der JCM 800 und wie ich es wollte. Die Tragfähigkeit im Ton musste beim Bogner Goldfinger teuer bezahlt werden, nämlich mit fehlender Durchsetzfähigkeit des Tons in der Band. Und der BE 100? Er ist unfassbar. Er ist fett, der Ton der Gitarre wird durch den Amp getragen, und doch ist der Amp total dynamisch und gibt jede Nuance des Anschlags mit der rechten Hand wieder. Ich hätte diese Dynamik in Verbindung mit dem fetten Ton nicht geglaubt, wenn ich es selbst nicht in meiner Band gehört hätte. Der Amp ist unglaublich und ich musste ihn wegen seines Suchtfaktors haben. Spektakulär ist, wie der Amp auf den Volumepoti reagiert. Ja, ich muss es gestehen. Ich kannte immer nur eine Einstellung: Poti voll auf 10. Hat sich geändert. Poti auf 7, und der Amp schneidet auch weich gekochte Eier und klingt dennoch nicht harsch oder fisselig. Er ist in der Band sensationell präsent, drückt und schiebt die Gitarre gaaaanz weit nach vorne (ohne dass die Gitarre leiser wird). Ich habe in der Vergangenheit immer wieder tolle Testberichte gelesen. Wenn ich die Amps dann selber testete, war ich eigentlich immer enttäuscht, insbesodere dann, wenn sie sich in meiner Band bewehren mussten (Rock-Cover). Meistens war es die Durchsetzungsfähigkeit, oder der Ton war zu undynamisch. Der BE 100 ist ein Phänomen! Er hält das, was die anderen Hersteller versprechen. Ein besonderes Lob verdient auch noch der Einschleifweg. Der meines Marshalls Reissue führt beim Amp zu deutlichen Dynamikverlusten und die Effektgeräte klingen belegt. Der Sound klingt beim Aktivieren des Loops deutlich „flacher“, als bei fehlender Nutzung des Loops. Das passiert nicht beim BE 100. Dessen Einschleifweg ist – deutlich hörbar – besser, als der des Marshalls. Die Effekte klingen auf einmal wesentlich besser, insbesondere mein analoges Carboncopy-Delay von MXR klingt auf einmal so warm und homogen, dass ich es nicht fassen kann.


Angus


Megalf